Auftrag erledigt – wo bleibt mein Geld?


Wie Erhebungen der EU zu Tage förderten, ist Zahlungsverzug ein erhebliches Problem geworden. Insbesondere Kleinbetriebe sind sehr anfällig, was die pünktliche Zahlung nach Auftragserledigung betrifft. So soll jeder 4. Konkurs nicht auf die fehlende wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Betriebs zurückzuführen sein, sondern die zögerliche Begleichung der ausstehenden Rechnungen. Dadurch werden angeblich 450000 Arbeitsplätze pro Jahr vernichtet. Größter säumiger Zahler ist die öffentliche Hand, die Ihre Auftragnehmer 2008 im Schnitt erst nach 65! Tagen ausgezahlt hat, existenzbedrohend für Betriebe ohne genügend Eigenkapital. Aber in der privaten Wirtschaft sind die Firmen und Verbraucher nicht viel besser. Hier warteten 2008 die Firmen in der Regel immerhin 55 Tage auf die Begleichung ihrer Rechnung. Immerhin sollen jetzt Strafen für die Behörden fällig werden, und zwar
5% vom Rechnungsbetrag, Zinsen darauf und die Beitreibungskosten sollen erstattet werden, wenn eine Behörde das Geld länger als 30 Tage zurückhält. Privat sollen die gleichen Sanktionen ausser der Strafe gelten.
Ob das die Zahlungsmoral wesentlich verbessert? Kein Wunder, dass sich die Betriebe bei öffentlichen Aufträgen mittlerweile einen Zahlungsverspätungszuschlag genehmigen, um sich das Geld zurückzuholen. So wird halt durch falsch verstandene Sparsamkeit an der Ausgabenschraube gedreht.


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