Was im europäischen Parlament vor sich geht, findet in der Regel kaum öffentlichen Widerhall. So auch das, was jetzt im Gesundheitsausschuss beraten wird, nämlich der Umgang mit u.a. Erbkrankheiten. Während die deutsche und österreichische CDU den vom Gesundheitsausschuss vorgeschlagenen Sprachgebrauch “Ausmerze” oder “Selektion” ablehnt, scheinen die übrigen Europäer diese Formulierungen nicht zu stören. Seltsam, dass das in der Berichterstattung so unter ferner liefen kommentiert wird. Was die Eugeniker anrichten können, haben die Älteren am eigenen Leib erlebt. Mich interessiert eigentlich besonders, wer wo eine Grenze ziehen will, was “ausgemerzt” werden muss und was noch zulässig ist. Ich wünsche denjenigen, die darüber entscheiden wollen, die Meinung der Betroffenen zu respektieren. Die nächste Generation wird sowieso die Grenze weiter nach unten verlegen. Deshalb ist es manchmal besser, Dinge ungeregelt zu belassen, denn innerhalb klarer Grenzen bewegt man sich immer ungezwungener als wenn man im Nebel unklarer gesetzlicher Vorgaben vortasten muss.




