Die seit langem schwelende Diskussion um die Einführung einer sogenannten elektronischen Gesundheitskarte flammt immer wieder auf und verschwindet dann wieder in der Versenkung. Gründe dafür sind die technischen Probleme der gematic, die den Auftrag zur technischen Umsetzung von der Regierung erhalten hat. Stand der Dinge ist, dass wegen andauernder Störungen sogar ein bei solcher gravierender Technik erforderlicher Feldversuch kommentarlos gestrichen wurde. Jetzt soll also – weitgehend ungetestet – jeder Patient EINE eindeutige Patienten-ID erhalten (siehe Steuer-ID), mit der er identifiziert werden kann. Zudem sollen auf der elektronischen Gesundheitskarte die Anamnese, also der Lebenskrankheitverlauf, gespeichert werden. Eine Perso-nalisierung in Form eines Fotos soll mißbräuchliche Verwendung eindämmen. Der Gedanke, dass meine gesamte Krankheitsgeschichte zentral gespeichert wird, sowie der banale Vorteil, dass ich mit der Karte dann Rezepte einlösen kann, erscheint mir in keinem Verhältnis zu dem von mir höher eingeschätzten Gut des Datenschutzes zu stehen. Ich werde mich weigern, so eine Karte mit meinen Informationen zu bepflastern. Manchmal gibt es gute Gründe, den Arzt zu wechseln, weil der aktuelle inkompetent ist, und dann verführen den Nachfolger die gespeicherten Behandlungsinfos dazu, genau diese falsche Behandlung fortzusetzen. Oder ich hab eine ansteckende Krank-heit vor längerer Zeit auskuriert (Salmonellen etwa). Was geht das irgendwelche Ärzte an, was gewesen ist. Ich möchte meine Krankengeschichte anonym halten und die ärztliche Schweigepflicht nicht durch diesen elektronischen Mißgriff gefährdet sehen. Elektronische Gesund-heitskarte, nein danke.





EIN KOMMENTAR ZUM Artikel
Hello,
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Kindly regards
Stefan