Die Unsitte, sich alle möglichen Softwarefeatures schützen zu lassen, hat in den USA schon zu Prozessen geführt, wo es um gewaltige Summen geht. Da weiss auch SAP ein Liedchen von zu singen. Als Programmierer muss ich bekennen, dass ich selten etwas Patentwürdiges beim Programmieren entwickelt habe, obwohl ich schon Urheberrechte erworben habe. Ist die Idee und Ausführung noch so ausgeklügelt, die vorgegebene Syntax der ver- wendeten Programmiersprache führt zwangsläufig dazu, dass jeder nur auf ähnlichem Weg – sprich mit vergleichbarem Programmiercode – zum beabsichtigten Ergebnis kommen kann. Auch ist die Verwendung be- stimmter Designs oder Bildmaskenaufbauten genauso mit einer begrenzten Anzahl von Varianten zu lösen, sodass keine eine Patent rechtfertigende Leistung vorliegt.
Ebenso ist es bei der Gentechnik, wo der Code aus den vier Säuren Adenin, Guanin, Cytosin und Thymin besteht. Wenn ich quasi die erzielte Eigenschaft – etwa Trockenheitsresistenz – schützen lassen will, ist diese so offenkundig für jeden Züchter, dass nichts patentwürdiges in dieser Idee liegt. Zudem führen wahrscheinlich nicht sehr viele Wege dahin. Auch hier halte ich patentrechtliche Wege für ebenso kurzsichtig wie den Schutz von Musikstücken über einen längeren Zeitraum als etwa 5 Jahre, weil damit die Pipeline für die nachwachsenden Generationen immer weiter zugeschüttet wird.
In allen diesen Fällen könnte ich mich allenfalls mit einer zeitlich be- grenzten Lösung anfreunden, wobei dieser natürlich – ähnlich wie bei Pharmazeutika – danach zur freien Verwendung patentfrei wäre.
Wer auch für patentfreie Software demonstrieren will, kann sich ein schönes Banner auf Seite Website einrichten.




