Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit wird in den Niederlanden gegen 5 somalische Piraten verhandelt. Diese hatten ein türkisches Schiff im Golf von Aden angegriffen, waren aber von der Besatzung abgewehrt und ihre Schaluppe versenkt worden. Dänische Fischer zogen sie aus dem Wasser und übergaben sie an die niederländischen Behörden, weil das türkische Schiff unter der Flagge der niederländischen Antillen fuhr.
Die Delinquenten sind gut gelaunt trotz der Haft, in der sie Fussball spielen, Fernsehen, und gut zu essen bekommen. Dass in der Zelle sogar eine Toilette ist, findet einer von Ihnen sensationell. Laut ihrem Anwalt müssen sie mit einer etwa 4-jährigen Haft rechnen, die aber von Ihnen unter Berück-sichtigung der Menschenrechtssituation und Armut in Somalia gern in Kauf genommen wird.
Nach der Haft haben sie sogar gute Aussichten, per Asylantrag in den Niederlanden bleiben zu können, da die politischen Verhältnisse in ihrem Heimatland zu unsicher sind. Wenn sich das in Afrika herumspricht, rechnen die Behörden mit einer Vielzahl von Nachahmungstätern, weil die Verzweiflung dort so groß ist.




