Der Fiskus will auch pokern


Pokern ist in den letzten Jahren in aller Welt, auch in Deutschland zu einer Massenbewegung geworden, nicht zuletzt seit Fernsehsender live (wie DSF) über solche Turniere berichten. Aber auch im Casino, online und privat wird gespielt. Die Start- und Preisgelder sind in astronomische Höhen gestiegen und das weckt Begehrlichkeiten – anscheinend auch beim deutschen Fiskus.

Eine grosse Überraschung erlebten diverse in Internet-Hitlisten aufgeführte deutsche Pokerspieler in Form von Briefen vom Finanzamt. Darin werden sie aufgefordert, Ihr Einkommen aus dem Pokern offenzulegen und sogar für vergangene Jahre nachzuversteuern. Die Briefe sind Topthema auf den Pokerturnieren unter den deutschen Spielern. Anscheinend greift der Fiskus die nach Gewinnen strukturierten Ranglisten wie Hendonmob.com ab und kontrolliert, ob die Spieler aus Deutschland sind.

Die rechtliche Grundlage ist jedoch sehr wackelig, da Pokern offiziel als Glücksspiel gilt und der Staat ein Monopol auf das Glücksspiel hat. Anders wäre es, wenn es als Geschicklichkeitsspiel eingeschätzt würde. Dann könnte man Pokern wie ein Gewerbe besteuern, allerdings müssten dann alle Aufwendungen gegengerechnet werden.

Alles in allem zieht das Glücksspielargument wohl so stark, dass die Spieler an einer Besteuerung der Gewinne vorbeikommen, das Finanzamt zieht in dieser Auseinandersetzung wohl den Kürzeren.

EIN KOMMENTAR ZUM Artikel

  1. annette hat diesen Kommentar am 13. Mai 2010 geschrieben| Permalink

    Pokerspieler gibt es schon überall. Das Spiel wird immer beliebter, was eigentlich verständlich ist – es geht um viel Geld.

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